Bauen mit Lehm
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Wohngesund
bauen mit Lehm
Vorteil von Lehm ist die gute Feuchteregulierung des Materials, die
ein angenehmes, gesundes Raumklima schafft.
Der Baustoff kann einfach
aufbereitet werden und als Putz oder zur Herstellung von Lehmsteinen
verwendet werden.
Lehmvorkommen
Lehm, also die Mischung aus Ton und Sand gibt es fast überall in
ausreichender Menge. Damit ist Lehm ohne große Transportwege zu
beschaffen, zumindest theoretisch. In der Praxis wird kaum noch mit
Lehm baut. Lehmsteine und aufbereiteter Lehmputz wurde für unser
Bauvorhaben teilweise aus Süddeutschland herbeigeschafft. Die Nachfrage
ist hier vor Ort noch so gering, daß es keine regionalen Produktionsstätten
gibt.
Geringer
Energieverbrauch
Für die Aufbereitung von Lehm wird im Vergleich zu anderen Baustoffen
wie Zement, Ziegel oder auch Kalksandstein fast keine Energie verbraucht.
Lehmbautechniken
Im Ökozentrum wurden verschiedene Lehmbautechniken ausprobiert,
vom hier auf der Baustelle aufbereiteten Lehm aus der Region über
die Lieferung von Lehmschlämme aus Häuslingen bis hin zu Fertiglehm-Mischungen
und vorgefertigten Lehmsteine der Firma EIWA aus Süddeutschland.
Verschiedene Zuschlagstoffe, wie Stroh, Heu, Holz o.ä. verändern
die Eigenschaften des Materials.
Wände
aus massiven Lehmsteinen
Lehmwände aus massiven Steine werden mit Lehmmörtel vermauert.
Die Technik unterscheidet sich nicht vom Mauern mit konventionellem
Mörtel und Steinen. Lehmsteine haben aufgrund ihrer großen
Masse einen guten Schallschutzwert.
Strohleichtlehm
Wird dem Lehm Stroh beigemischt, dann können mit diesem Strohleichtlehm
besserere Wärmedämmwerte erreicht werden. Im Ökozentrum
wurde exemplarisch eine Wand aus vorgefertigten Leichtlehmelementen
eingebaut. Die "Lehmoment"-Leichtlehmplatte besteht aus Holzrahmen,
die mit gepresstem Strohlehm gefüllt sind. Die Rahmen werden einfach
aneinander geschraubt und sind rationell zu verarbeiten. Der Baustoff
Lehm kann damit im Trockenbau, d. h. ohne Baufeuchte und ohne notwendige
Trocknungszeiten verarbeitet werden.
Lehmputz
Er kann von Hand angeworfen oder mit der Putzmaschine aufgetragen werden.
Der beste Untergrund sind Lehmsteine, aber es funktioniert auch auf
Ziegel oder Kalksandsteinen. Meist wird der Lehm zweilagig aufgebracht.
Dann ist die feuteregulierende Wirkung optimal und das Verfahren ist
technisch besser als einlagiger Lehmputz. Oft werden im Putz verschiedenen
Zuschlagstoffe eingesetzt. Das können Fasern wie Stroh, Heu oder
Tierhaare sein oder Zusätze wie Molke. Jede/r Lehmbauer/in hat
sein/ihr eigenes Rezept. Wichtig ist, daß die oberste Schicht
gut abgerieben und damit verdichtet wird. Dies ist etwas anstrengender
als bei anderen Putzen.
Lehmofen
Der Lehmofen im Ökozentrum benötigt aufgrund seiner Masse
ein eigenes Fundament. Aber genau die Masse des Ofens ist einer seiner
Vorteile. In der Masse wird die Wärme lange gespeichert. So können
sich Besucher/innen auf die Ofenbank kuscheln. Der Ofen gibt die angenehme
Strahlungswärme nach und nach ab.
Der im "Liekedeeler"
eingebaute Ofen dient aber vor allem zum Backen. Dort kann z.B. leckere
Steinofenpizza zubereitet werden. Die Wärme ist positiver Nebeneffekt.
Gebaut wurde der Ofen aus recycleten Zeigelsteinen und Lehmmörtel.
Der Ofen wurde dann mit Lehm verputzt. Damit die Reinigungsöffnungen
für die Ofenzüge von Außen sichtbar bleiben, wurden
an diesen Stellen blaue Fliesen eingeputzt.
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Ökozentrum - Artilleriestraße
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