Holzrahmenbau
- eine moderne Holzbautechnik
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Der Südgiebel
Nach dem Teilabriß des Gebäudes mußte die Südfassade
möglichst schnell geschlossen werden - und das mitten im Winter.
Hierzu wurde die moderne Holzrahmenbauweise eingesetzt. Vorteil einer
Holzrahmenwand: sie ist schnell und kostengünstig zu erstellen
(auch bei Frost), sie ist ausschließlich aus ökologisch vertretbaren
Baustoffen hergestellt (Holz als Tragkonstruktion und recycletes Zeitungspapier
als Dämmung). Die Wand hat aufgrund der integrierten Wärmedämmung
(beim Ökozentrum 16 cm stark) einen guten Dämmstandard.
Die Konstruktion wird durch eine "vorgehängte" Fassade
vor Witterungseinflüssen geschützt. Diese Fassade kann aus
Klinker, Putz oder als Holzverschalung ausgeführt werden. Im Ökozentrum
wurde die kostengünstige Verschalung aus Lärchenholz gewählt.
Lärchenholz ist witterungsbeständig und muß deshalb
nicht oberflächenbehandelt werden. Je nach Lust und Laune kann
es mit verschiedenen Farbtönen gestrichen werden.
Zimmer mit
Aussicht
Dachreiter, Dach-Laternen, Zimmer unterm Dach, ... Eine einheitliche
Sprachregelung für die Aufstockung des Dachs im Mittelbereich des
Gebäudes hat sich noch nicht gefunden. Die Idee war, die dunklen
Bereiche des sehr breiten Gebäudes (fast 20 Meter) dadurch besser
zu nutzen, daß im Mittelbereich gut belichtete Zimmer auf dem
Dach entstehen. Darunter liegen Bäder und Abstellräume.
Die Dachaufbauten wurden wie der Südgiebel in Holzrahmenbauweise
errichtet. Nach Osten und Westen sind die Zimmer komplett verglast und
bieten eine schöne Aussicht.
Leichte Trennwände
aus Holzständerwerk
Im Obergeschoß wurden fast alle Wände als leichte Trennwände
mit Holzständern ausgeführt. Damit konnten trotz der begrenzten
Tragfähigkeit der Holzbalkendecke die Räume frei eingeteilt
werden. Leichte Trennwände sind schnell zu errichten und es gelangt
keine Feuchtigkeit in den Bau. Brandschutzauflagen sind auch bei Holzständern
für feuerhemmende Wände problemlos einzuhalten und auch der
Schallschutz ist bei sorgfältiger Ausführung gut (was nicht
an allen Stellen auf Anhieb gelang). Für feuerbeständige Wände
und die notwendige Brandwand im Gebäude mußte auf Metallprofilständer
zurückgegriffen werden.
Holz aus
der Region
Holz ist nicht gleich Holz. Und Bauen mit Holz ist nicht automatisch
ökologisch. Beim Umbau haben wir größtenteils Holz aus
der Region verwendet. Hier können wir sicher sein, daß das
Holz nicht aus Raubbau stammt und die Transportwege sind überschaubar
kurz. Darüber hinaus fördern wir die einheimische Waldwirtschaft.
Das Geld bleibt in der Region. Die Mehrkosten sind im Vergleich zu den
Gesamtkosten sehr gering. Nachteil: die Lieferzeiten sind länger,
da das Holz nicht auf Vorrat eingeschlagen wird und das führte
dazu, daß wir bei kleineren Restmengen konventionelles Holz verwendet
haben.
Holzfußböden
Mit einer Unterkonstruktion aus regionalem Holz und OSB-Platten oder
Vollholzparkett, genagelt oder geschraubt, also ohne giftige Kleber.
Die Oberfläche ist durch Ölen und Wachsen versiegelt.

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Holzfenster
Zu Holzfenstern gibt es unseres Erachtens keine ökologische Alternative.
Und schön sind Sie außerdem. Wir haben uns für einen
dänischen Fensterhersteller entschieden. Grund hierfür: Die
dänische Fensternorm läßt deutlich schlankere Rahmenprofile
zu als die deutsche. Echte Sprossen wirken elegant. Weniger Rahmen bedeutet
auch mehr Lichteinfall bei gleicher Rohbauöffnung.
Massivholztüren
Sie sind Standard im Ökozentrum. Nur in Ausnahmefällen wurde
aus Schallschutzgründen auf Weißlacktüren mit materialsparender
Pappeinlage zurückgegriffen. Türen mit gutem Schallschutz
gibt es natürlich auch aus Massivholz. Nur waren diese für
unsere Nutzer/innen nicht immer bezahlbar.
Holzwerkstoffe
Holz ist ein vielseitig einsetzbarer Baustoff. Hier eine Übersicht
der beim Bau verwendeten Holzwerkstoffe und ihre Einsatzgebiete:
OSB-Platten,
die ökologische Alternative zu konventionellen Spanplatten
OSB bedeutet oriented structured board. Das bedeutet, gerichtete grobe
Holzspäne werden zu Platten gepreßt. Die Platten haben einen
sehr geringen Leimanteil und eine hohe Stabilität. Bisher gibt
es noch keinen regionalen Hersteller. Die Platten kommen aus Großbritannien.
Sie sind nicht zu verwechseln mit Spanplatten. Spanplatten sind aufgrund
des hohen Leimanteils keine Wohltat für Gesundheit und Umwelt (auch
wenn die Industrie mit formaldehydfreier Herstellung wirbt).
OSB-Platten sind vielseitig
verwendbar, z.B. als austeifende Platte für den Holzrahmenbau im
Dach oder in der Außenwand. Sie können auch als Fußbodenverlegeplatte
den tragfähigen Untergrund für Teppich, Kork oder Linoleumfußböden
bilden oder geölt und gewachst als sichtbare Oberfläche belassen
werden.
Sperrholz
Vorsicht bei Sperrholz: Es versteckt sich fast in jedem Sperrholz Tropenholz.
Auch wenn es ganz unverdächtig "Buchensperrholz" heißt,
gilt diese Bezeichnung nur für die oberste Schicht. Die Mittellage
des Sperrholzes kommt oft aus den Tropen.
Holzweichfaserplatten
Sie wurden im Ökozentrum in verschiedenen Bereichen eingesetzt:
als Trittschalldämmplatten in der Geschoßdecke, latexiert
als wasserabweisende Schicht in der Holzrahmenwand oder als Dämmschicht
im Bereich der Fensterlaibungen und unter den Holzfensterbänken
Parkett
Als einheimische
Parketthölzer kommen folgende Holzarten in Frage:
Ahorn, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichte, Hainbuche, Kastanie, Kirsche,
Lärche, Robinie, Rotbuche, Seekiefer, Seekiefer rouge und Ulme.
Im Ökozentrum wurden im Fußbodenbereich des Flurs zum Hinterausgang
exemplarisch 6 verschiedene Holzsorten eingebaut. Es kamen aufgrund
der starken Belastung nur harte Hölzer in Frage.
Ökologische
Parkettfußböden sind immer genagelt oder geschraubt, niemals
geklebt. Das Holz bewegt sich aufgrund seiner natürlichen Eigenschaft
bei Feuchtigkeitsschwankungen. Parkettkleber müssen gegen das natürliche
Ausdehnungsbestreben des Holzes ankommen. Sie sind chemische Spezialprodukte,
die nicht ohne belastende Inhaltsstoffe herzustellen sind.
Um Hölzer
bezüglich ihre Härte vergleichen zu können wurden genormte
Messverfahren eingeführt. Es gibt zwei verschiedene Verfahren um
die Holzhärte zu bestimmen. Bei dem Verfahren nach Brinell wird
das Holz mit einem Kugelförmigen Probekörper belastet. Die
Belastung erfolgt immer senkrecht zur Faser. Es wird erfaßt welche
Last in Newton pro Quadratmillimeter aufgenommen werden kann ohne daß
das Holz eingedrückt wird. Bei dem Verfahren nach Janka wird ein
spitzer Probekörper verwendet. Dieses Verfahren ist dazu geeignet,
die Kratzfestigkeit der Hölzer miteinander zu vergleichen. Nadelhölzer
sind in der Regel weicher als Laubhölzer. Das weicheste Parkettholz
Fichte hat beispielsweise eine Härte nach Brinell von 12, Ahorn
27 und Robinie 48 N/mm².
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Ökozentrum - Artilleriestraße
6 - 27283 Verden
04321-957-0 (Ansagetext mit den Durchwahlnummern) - Fax: -400
buero@oekozentrum.org