Energie
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Grundbegriffe
Der Heizenergiebedarf der benötigt wird um Gebäude in der
kalten Jahreszeit auf angenehmer Temperatur zu halten setzt sich aus
folgenden Komponenten zusammen:
- Energiebedarf durch Wärmeübergang durch die Gebäudehülle
(Dach, Außenwände, Fenster, usw.)
- Energiebedarf durch Lüftung
- Verluste bei der Energieerzeugung durch die Heizungsanlage
Vom Heizenergiebedarf können interne und solare Wärmegewinne
abgezogen werden, da diese nicht mehr durch die Heizungsanlage erzeugt
werden müssen. Interne Gewinne ent-stehen durch die Abwärme
von Personen oder Geräten, solare Wärmegewinne durch Sonneneinstrahlung.
Als Berechnungsgröße für Energieverluste durch die Gebäudehülle
bedient man sich des sogenannten k-Wertes. Dieser ist ein Maß
für die durch ein Bauteil (pro Flächeneinheit und Tem-peraturdifferenz)
vom Innen- zum Außenraum durchgehende Energiemenge. Die Temperaturdifferenz
von einem Grad Celsi-us entspricht einem Kelvin. Als Durchschnittswert
für die Innenraumtemperatur wird von 20° C ausgegangen.
Die Einheit für den k-Wert ist W (Watt) pro m² (Quadratmeter)
und K (Kelvin).
Je kleiner der k-Wert eines Bauteils ist, um so weniger Energie wird
durch dieses Bauteil durchgelassen, das heißt um so besser ist
die wärmedämmende Wirkung.
Grundsätzlich ist anzumerken, daß der k-Wert eines Fensters
in der Regel deutlich höher liegt als der einer Außenwand.
Er liegt für moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung bei
etwa 1,1 bis 1,4 W/m²K. Eine dem heutigen Standard entsprechende
Außenwand (ohne Berücksichtigung der Fensterflächen)
hat ei-nen k-Wert von höchstens 0,5 W/m²K.
Der Lüftungswärmebedarf ist abhängig von der Dichtigkeit
der Türen und Fenster und vor allem vom Nutzer/innenverhalten.
Für Berechnungen werden Durchschnittswerte eingesetzt. Die Hausbewohner/innen
können durch "richtiges" Lüften (Stoßlüf-tung
statt Kippstellung der Fenster) für möglichst geringe Lüftungswärmeverluste
sorgen.
Ein Niedrigenergiehaus ist ein Gebäude, das den Energieverbrauch
der vorgeschriebenen Wärmeschutzverordnung (WSVO) von 1995 um mindestens
25 % unterschreitet.
Zustand des
Gebäudes vor dem Umbau
- Das Dach war mit einer abgehängten Decke versehen.
- Außenwände: Das Gebäude ist in Massivbauweise
erstellt. Das Außenmauerwerk ist ca. 50 cm stark. Die Außenwand
war im gesamten Gebäude nicht gedämmt.
- Die Fenster im Erdgeschoß waren durchweg einfach verglast.
Im Obergeschoß waren bereits Kunststoff-Fenster mit Isolierverglasung
eingebaut.
- Fußböden: Im Erdgeschoß waren PVC-Fußböden
ohne Wärmedämmung auf einen Estrich verklebt.
Durchgeführte
Wärmedämm-Maßnahmen
Dach
Das Dach wurde zwischen den Sparren mit einer Zellulosedämmung
gedämmt. Da die Sparren nur 14 cm hoch waren, wurde vorher zusätzlich
ein Kantholz von 6 cm stärke aufgeschraubt um eine Dämmstärke
von 20 cm zu erreichen.
Zelluloseflocken


Der Biber
beim Flocken
Außenwände
Die gemauerten Außenwände wurden von innen mit einer 7 cm
starken Zellulosedämmung (im Sprühverfahren) gedämmt.
Die Entscheidung für die (technisch problematischere) Innendämmung
wurde nach Abwägung ästhetischer und ökonomischer Gründe
gefällt. Das hochwertige Außenmauerwerk sollte erhalten bleiben.
Eine Außendämmung (mit ökologischen Baustoffen) wäre
deutlich teuerer gewesen als die ausgeführte Innendämmung.
Die Dämmstoffdicke wurde auf 7 cm stärke begrenzt, um eine
Durchfeuchtung der Dämmung infolge von Dampfdiffusion in die Dämmung
und Feuchtigkeitsstau am Mauerwerk zu vermeiden. Im Nordosten des Gebäudes
ist ein Bereich exemplarisch mit einer Außendämmung versehen.

rechts mit
Außendämmung,
links mit unsichbarer Innendämmung
Fenster
Alle einfach verglasten Fenster wurden erneuert und durch mo-derne Holzfenster
mit Wärmeschutzverglasung ersetzt. Die Isolierglasfenster wurden
trotz "ästhetischer" Bedenken aus ökologischen und
ökonomischen Gründen erhalten.
Fußböden
Im Erdgeschoß wurden die Fußböden komplett erneuert
und im Rahmen dieser Baumaßnahme gedämmt. Unter Fliesenfußböden
wurde eine Dämmschicht aus Kork von 8 bis 12 cm Stärke eingebaut.
Unter Holzfußböden wurde eine 12 bis 14 cm starke Zellulosedämmung
verwendet.
Energieversorung
Die Energieversorgung des Gebäudes für Heizung und Warmwasser
erfolgt über Fernwärme. Zusätzlich sorgt eine Solaranlage
mit 25 qm Kollektorfläche für Warmwasser. Mit dieser Anlage
kann im Sommer der gesamte Warmwasserbedarf des Gebäudes gedeckt
werden.

Übergabestation:
Fernwärme aus Holz
Lüftungsanlage
Der Gastronomiebetrieb ist der Bereich mit dem größten Lüftungswärmebedarf.
Dort wurde eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
eingebaut. Wärmerückgewinnung bedeutet, daß die warme
Abluft in einem Wärmetauscher an der kalten Zuluft vorbei geführt
wird. Damit erwärmt sich die kalte Zuluft vor Eintritt in den beheizten
Raum und senkt den notwendigen Heizenergiebedarf deutlich.
Bewertung
des Gebäudes
(nach Dämmung der Gebäudehülle und Einbau von Solar-
und Lüftungsanlage)
Die k-Werte des Gebäudes scheinen noch deutlich von denen eines
Niedrigenergiehauses entfernt. Die Angaben für die hierfür
notwendigen k-Werte sind jedoch nur Richwerte, da der konkrete Energiebedarf
z.B. stark von der Gebäudegeometrie, der Ausrichtung der Fenster
oder dem Einbau einer Lüftungsanlage (mit Wärmerückgewinnung)
abhängt.
Die kompakte Bauweise des Gebäudes ist energietechnisch sehr vorteilhaft.
Der Energieverbrauch pro qm Gebäudenutzfäche liegt bei 54
kWh pro Jahr. Vergleicht man diesen Energieverbrauch des Gebäudes
mit dem eines Einfamilienhauses in Niedrigenergiebauweise, so schneidet
das Gebäude sogar besser ab. Niedrigenergiehäuser liegen erfahrungsgemäß
bei Werten von bis knapp über 60 kWh pro qm und Jahr. Der (schon
deutlich reduzierte) Energiebedarf wird aufgrund des Fernwärmeanschlusses
an das Holzheizkraftwerk ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen
gedeckt!

Solarthermie
als "Elefantenohren"
Photovoltaikmodule drumherum
Photovoltaikanlage
Auf dem Dach des Ökozentrums befinden sich 151 Photovoltaik-Module
mit einer Maximalleistung von gut 15 kWp. Diese Anlage hat bei der Anschaffung
im Jahr 2000 gut 100.000 € gekostet. Leider sind Gebäude und
Dach für die Nutzung von Solarenergie nicht günstig ausgerichtet.
Dadurch kommt er auf dem Dach zu Verschattungen, was die Leistung der
Solaranlage mindert. Der Strom wird nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz
vergütet und komplett in das Netz der Stadtwerke Verden eingespeist.
Die Stadtwerke Verden waren dabei immer ein zuverlässiger und kooperativer
Partner, von dem wir uns noch mehr Anstrengungen bei der ökologischen
Eigenproduktion von Strom und Wärme und weniger von außen
eingekauten Atomstrom wünschen. Photovoltaik hat ein enormes Potential,
trotzdem ist für die ökologische Energiebilanz eines einzelnen
Gebäudes die Wärmedämmung ungleich wichtiger.
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Ökozentrum - Artilleriestraße
6 - 27283 Verden
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buero@oekozentrum.org