Baudokumentation (2)
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Die Bauzeit
Ursprünglich dachten wir, nach dem Abbruch ist in einem Jahr alles
geschafft. Aber es kam natürlich anders als geplant: Zuerst mußten
die Außenanlagen noch einmal umgeplant werden, da das Ökozentrum
nur noch eine gemeinsame Zufahrt mit dem benachbarten Supermarkt erhalten
sollte. Die Baugenehmigung konnte erst deutlich später als ursprünglich
geplant erteilt werden. Bis Juni 1998 durften nur genehmigungsfreie
Umbaumaßnahmen ausgeführt werden.
Außerdem mußte der Maßnahmenbeginn für einige
Förderanträge abgewartet werden. Nicht überall konnten
wir also gleich anfangen zu bauen.
Die am Bau
Beteiligten
Auf der Baustelle war immer viel Leben: zahlreiche Menschen unterschiedlicher
Herkunft. Es fanden mehrere internationale
Work-Camps statt und die Beschäftigungs-
und Qualifizierungsgesellschaft (BQ) des Landkreises war mit ihren
überwiegend aus Osteuropa stammenden Beschäftigen bei den
Bauarbeiten von Anfang an präsent. Diese Unterstützung war
unverzichtbar!
Bemerkenswert war auch der ungewöhnlich hohe Frauenanteil auf der
Baustelle. Als sozialen Treffraum gab es eine provisorische Bauküche
und bei schönem Wetter wurde gerne gemeinsam im Freien Pause gemacht.
Es gab aber auch eine hohe Fluktuation unter den hier Arbeitenden. Viele
der am Ökozentrum beteiligten Bauleute waren nur für kurze
Zeit am Bau oder nur 2 Tage die Woche beschäftigt. Bei der Teamorganisation
gab es große Reibungsverluste.
Insgesamt wurde nach harten Diskussionen im Dezember 1998 beschlossen,
die eigenen Baugruppen aufzulösen und nur noch mit "Fremdfirmen"
und der BQ weiter zu bauen
.


und die Unterstützung
durch den BIBER
Schon während der Bauzeit konnten beim Biber Arbeitskräfte
übernommen werden und neue Bereiche wie Lehmputz und Malerarbeiten
aufgebaut werden. Immer dann wenn es irgendwie zeitlich möglich
war hat der Biber für
das Ökozentrum zum halben Preis gearbeitet. Nur so konnten sich
viel Nutzer/innen das in ihrem Bereich eingebaute Parkett leisten.
langsam bauen
spart Geld ...
Bei unserem Finanzierungskonzept stellte sich bald heraus, daß
es billiger war langsamer mit günstigen Arbeitskräften oder
Firmen zu bauen und dafür die Zinsbelastung während der Bauphase
zu tragen. Bei unserer Art der Finanzierung war die Zinsbelastung während
der Bauzeit gering, zumal ja schon frühzeitig die ersten Mieten
gezahlt wurden. Deshalb wurde der Grundsatzbeschluß gefaßt,
den Bau nur dann durch für uns teure Fremdfirmen zu beschleunigen,
wenn dies unvermeidlich war, um zugesagte Einzugstermine zu halten.
... und kostet
Nerven
Dies war für die bereits eingezogenen Nutzungsgruppen, die viel
länger als erwartet die Auswirkungen der Baustelle ertragen mußten
oft genauso nervraubend, wie für die NutzerInnen, die auf ihre
Einzugstermine warten mußten oder deren Einzug gerade so mit einigen
Provisorien einzuhalten waren.
Es sollte
nichts kosten und schnell fertig sein:
Damit mußten die Architekten eine oft anstrengende Gratwanderung
gehen. Die Zeitplanung wurde immer wieder durchkreuzt, da die billigen
Arbeitskräfte oder Firmen oft kurzfristig einen besser bezahlten
Auftrag hatten und den zugesagten Ausführungstermin absagten. Für
"teure" Fremdfirmen war kein Geld da. Oft waren Arbeiten bereits
angefangen und konnten nicht mehr an andere Firmen vergeben werden.
Es mußte sehr viel improvisiert werden.

kreativ:
Treppe aus Heizungsrohren
stabil & kostengünstig
Das Ergebnis
...
... kann sich unseres Erachtens nach jedoch sehen lassen. Trotz der
sehr begrenzten finanziellen Mittel haben wir es geschafft ein ökologisches
Modellprojekt zu realisieren (die Umbaukosten lagen inklusive Baunebenkosten
unter 1.250 DM pro Quadratmeter). Die Mietbelastung ist für Normalsterbliche
tragbar: Die Miethöhe liegt für die Initiativen zwischen 1
und 5 € pro Quadratmeter, im Wohnbereich bei 10,30 DM (1998).
und neue
Arbeitsplätze
Durch die Erweiterung und Neuansiedlung von Betrieben wurden bereits
jetzt 30 neue Arbeitsplätze dauerhaft in demokratisch strukturierten
Betrieben geschaffen, Tendenz steigend.
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Ökozentrum - Artilleriestraße
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